Wer Software, ein Verwaltungssystem oder eine fertige Website an mehrere Kunden weitergibt, steht vor einer Frage: Wie behalte ich den Überblick, wer das Produkt nutzt, und wie bringe ich Verbesserungen sicher zu allen? Genau dafür gibt es einen Lizenzserver.
Was ist ein Lizenzserver?
Ein Lizenzserver ist eine zentrale Stelle im Internet, die weiß, welche Lizenzen es gibt, wem sie gehören und wo sie benutzt werden dürfen. Das Produkt beim Kunden fragt dort an und bekommt eine Antwort: gültig oder nicht gültig. Unser Lizenzserver, die Lizenz-Cloud, läuft unter einer eigenen Adresse (lizenz.projekte24.net) und ist von der Website getrennt. Er hat eine eigene Datenbank, ein eigenes Verwaltungspanel und ein eigenes Installationsprogramm.
So läuft es ab
- Produkt anlegen: Der Anbieter legt in der Lizenz-Cloud das Produkt an und legt fest, auf wie vielen Domains es laufen darf.
- Lizenz erstellen: Für jeden Kunden entsteht ein Lizenzschlüssel.
- Aktivieren: Der Kunde trägt Schlüssel und Serveradresse in seinem Produkt ein. Das Produkt meldet sich beim Lizenzserver an.
- Signierte Bestätigung: Der Server antwortet mit einer digital signierten Bestätigung, die ein Ablaufdatum enthält. Die Signatur kann nicht gefälscht werden, ohne den geheimen Schlüssel des Servers zu kennen.
- Prüfung im Alltag: Bei jedem Seitenaufruf prüft das Produkt nur diese gespeicherte Bestätigung. Das geht ohne Internetzugriff und kostet keine Ladezeit. Im Hintergrund wird sie in größeren Abständen erneuert.
Was passiert, wenn der Server nicht erreichbar ist?
Nichts Dramatisches. Die gespeicherte Bestätigung gilt bis zu ihrem Ablaufdatum weiter, die sogenannte Karenzzeit. Ist der Lizenzserver wegen Wartung kurz offline, läuft das Produkt beim Kunden ungestört. Erst wenn die Lizenz widerrufen wurde oder abgelaufen ist und keine gültige Bestätigung mehr vorliegt, greift der Schutz.
Was bringt dir das?
- Überblick: Du siehst pro Lizenz, auf welchen Domains sie aktiv ist und wann sich die Installation zuletzt gemeldet hat.
- Kontrolle: Lizenzen lassen sich sperren, verlängern oder auf eine andere Domain umziehen, ohne beim Kunden etwas anzufassen.
- Updates: Neue Versionen legst du einmal im Server ab. Das Produkt beim Kunden findet sie und lädt sie herunter. Das Einspielen erfolgt weiterhin bewusst durch den Kunden oder Techniker.
- Abos: Laufzeiten und Zahlungen lassen sich mit einem Zahlungsdienst verbinden, damit Lizenzen nur so lange gelten, wie sie bezahlt sind.
- Ein Ort für alles: Produkte, Lizenzen, Versionen und Wartungsmodus werden an einer Stelle verwaltet, nicht in jedem Kundenprojekt einzeln.
Was ein Lizenzserver nicht kann
Ein Lizenzschutz ist keine unknackbare Mauer. Wer den Programmcode selbst verändert, kann Prüfungen entfernen. Ziel ist es, ehrliche Kunden sauber zu verwalten und die Weitergabe auf weitere Domains sichtbar und steuerbar zu machen, nicht, jede Umgehung technisch unmöglich zu machen. Wichtiger als der Schutz selbst sind in der Praxis die Verträge und die Zusammenarbeit mit dem Kunden.
Welche Daten werden übertragen?
Bei der Prüfung erhält der Lizenzserver nur, was er zur Zuordnung braucht: Lizenzschlüssel, Produkt, Domain und installierte Version. Inhalte der Website, Kundendaten oder Bestellungen werden dafür nicht übertragen. Wie bei jeder Datenverarbeitung gehört das in die Datenschutzerklärung des Anbieters.
Wie das mit der Wartung zusammenpasst
Die Lizenz-Cloud hat einen eigenen Wartungsmodus. Er sorgt dafür, dass Produkte während eines Updates des Servers nicht als „ungültig“ gemeldet werden, sondern mit ihrer gespeicherten Bestätigung weiterlaufen. Wie du Sicherungen deiner Systeme planst, erklärt der Beitrag Backups und die 3-2-1-Regel.
Brauche ich das?
Ein Lizenzserver lohnt sich, sobald du dasselbe Produkt an mehrere Kunden gibst, Updates verteilen willst oder Abos anbietest. Für eine einzelne Website, die nur dir gehört, ist er nicht nötig. Wenn du wissen möchtest, wie wir Systeme und Websites betreuen, schau auf die Seiten zur Systembetreuung und zur Website-Betreuung.